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Unterschiedliche Begriffe für Sprachübertragung

Dolmetscher, Flüchtlingslotse, Sprachmittler, Übersetzer, Flüchtlingspate, Integrationslotse, Integrationsmentor, interkultureller Begleiter, Kulturdolmetscher, Kulturlotse, Kulturmediator, Kulturmittler, Sprach- und Integrationsmittler, Sprach- und Kulturmittler, Translator.

All diese Begriffe werden verwendet, wenn es um Sprachübertragung geht. Dabei sind natürlich die Rollen unterschiedlich gewichtet: Während von einem Sprach- und Integrationsmittler sicherlich erwartet werden darf, dass er nicht nur das überträgt, was zwischen zwei Parteien gesprochen wird, wird man umgekehrt bei einem Übersetzer nicht davon ausgehen, dass er integrative Kochkurse veranstaltet.

Prinzipiell ist der Unterschied ganz einfach:

Der Übersetzer oder die Übersetzerin überträgt schriftliche Texte von einer Sprache in eine andere Sprache, der Dolmetscher oder die Dolmetscherin überträgt das gesprochene Wort. Da diese Unterscheidung nicht in allen Sprachen gemacht wird (als Beispiel sei hier Russisch erwähnt), hat man im Deutschen auch einen Begriff eingeführt, der beides abdeckt, und zwar den Sprachmittler, der vor allem in der DDR verbreitet war. Unter dem Einfluss des Englischen ist zudem neuerdings auch der Begriff Translator aufgetaucht, und man wird sehe, wie die Entwicklung hier weitergeht. Als Adjektiv hat sich auf jeden Fall der Begriff „translatorisch“ schon weitgehen durchgesetzt.

Die Dolmetscher werden wiederum gerne in Gruppen aufgeteilt, die nach der Art der Sprachübertragung gegliedert sind:

  • Der Simultandolmetscher dolmetscht in der Regel auf Kongressen aus einer Dolmetschkabine heraus. Mittlerweile gibt es auch in dem ein oder anderen Gerichtssaal diese Technik, das hat sich aber noch nicht durchgesetzt.
  • Der Konsekutivdolmetscher dagegen dolmetscht Stück für Stück. Im klassischen Falle – wie es Menschen noch an der Uni gelernt habe, die jetzt jenseits der 50 sein – hat er dann einen Block, auf dem er sich Notizen macht, während der Sprecher spricht. Anhand dieser Notizen gibt er dann den Inhalt wieder.
  • Der Verhandlungsdolmetscher oder Gesprächsdolmetscher dagegen dolmetscht in der Regel auch kleinere Einheiten – typischerweise ist dies bei Mandantengesprächen der Fall, aber auch bei Zeugenvernehmungen nach US-Recht (Depositions) und Mitarbeiterbefragungen.
  • Der Community-Dolmetscher oder Gemeindedolmetscher ist in der Regel bei Ämtern und Behörden tätig. Hier ist nicht die Art des Dolmetschens namensgeben, sondern die Art der Auftraggeber.
  • Der Gerichtsdolmetscher ist – wie der Name schon sagt - bei Gericht tätig.
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